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Funktionsweise

Die Invisalign-Therapie erfolgt in 10 bis 60 Einzelschritten. Nach genauer Untersuchung und Diagnose fertigt der Kieferorthopäde Silikonmodelle vom Ober- und Unterkiefer seines Patienten an. Diese ergänzt er durch Röntgenaufnahmen und Fotos und schickt alles an die Herstellerfirma, die das Ganze digitalisiert. Ein dreidimensionales Diagnostik- und Planungsprogramm macht es möglich, die einzelnen Behandlungsstadien am Computer zu simulieren. Das 3-D-Gebiss wird am Bildschirm so lange verändert, bis die Zahnfehlstellung korrigiert ist. Für jedes Behandlungsstadium entsteht ein Modell, das mit einer Folie abgeformt wird. Aus diesen Folien entstehen 12 bis 48 starre, farblose Schienen. Diese so genannten Aligners schiebt der Patient über sein Gebiss. Jede der durchsichtigen Spangen übt sanften Druck auf die zu korrigierenden Zähne aus und verändert so ihre Position um jeweils 0,1 bis 0,2 Millimeter. Der Patient trägt die Schiene Tag und Nacht und nimmt sie lediglich zum Essen und zur Zahnreinigung aus dem Mund. Etwa alle zwei Wochen tauscht er sie gegen eine neue Schiene aus. Die Behandlung erstreckt sich über sechs bis 24 Monate.
Die Vorteile der Aligners liegen auf der Hand: Nach einer kurzen Gewöhnungsphase beeinträchtigt die "Kontaktlinse für die Zähne" das Sprechen kaum noch. Die Mundhygiene ist einfacher als bei festsitzenden Apparaturen mit Brackets, Gummis, oder Metallbögen. Die Kunststoffschienen stören nicht einmal beim Küssen, betont der Leiter der Abteilung für Kieferorthopädie und Orthodontie am Berliner Universitätsklinikum Charité. Diese Art der Zahnregulierung ist jedoch nur für Jugendliche ab dem 16. Lebensjahr und Erwachsene geeignet. Zahnwechsel und Kieferwachstum sollten auf jeden Fall abgeschlossen sein. Laut Hersteller kann die neue Methode kleine Lücken und Zahnüberschneidungen bis zu sechs Millimetern sowie Über- und Unterbisse regulieren und Zahnreihen aufrichten. Auch die Kombination mit anderen kieferorthopädischen Behandlungsmethoden ist möglich.